Montag, 14. September 2009

Arbeitsplatzintegriertes Lernen im Gesundheitswesen

Der technische und medizinische Fortschritt bringt ständig eine Vielzahl von neuen Anforderungen für die Mitarbeiter in Medizin, Pflege und Verwaltung mit sich. Regelmässige Weiterbildung ist in der Branche daher eine unbedingte Voraussetzung für die Ausübung des Berufes. Gleichzeitig sind aber gerade in den Spitälern die Arbeitsprozesse derart stark verdichtet, dass die Mitarbeiter kaum noch Freiraum für die Teilnahme an Seminaren finden. Die präsenzorientierte Weiterbildung ist daher immer seltener ein geeignetes Mittel für Qualifizierungsmassnahmen. Ein Ausweg aus dieser Situation heisst E-Learning. Es vermittelt nicht nur das fachliche Rüstzeug für die Beschäftigten in der Gesundheitswirtschaft von morgen – es kann auch optimal in betriebliche Abläufe eingebunden werden. In jüngster Zeit hat sich der Fokus der Wissensvermittlung von klassischem E-Learning hin zu Lernen direkt in der Anwendung verschoben. Informationstechnik (IT) wird heute bereits in vielen Bereichen von Krankenhäusern eingesetzt. Für die Krankenhäuser ist die IT ein wichtiges Instrument zur Erzielung von Qualitätsverbesserungen und Kostensenkungen, zum Beispiel durch elektronische Patientenakten oder Infrastrukturinitiativen zur elektronischen Beschaffung via Internet. Dafür werden fortlaufend neue Verfahren und Systeme entwickelt und zur Anwendung gebracht. Wichtigste Treiber dieser Entwicklung in Richtung «E-Health» sind die Patienten, die mit ihren Interessen neue Services im Gesundheitswesen entstehen lassen. Wissen im richtigen Moment vermitteln Kritischer Faktor dabei ist jedoch die Akzeptanz beim Mitarbeiter, der mit diesen neuen Systemen effektiv arbeiten soll. Viele Ansätze betrachten die Nutzer-Unterstützung nur am Rande und verlangen stattdessen vom Nutzer ein gewisses Spezialwissen im Umgang mit den jeweiligen Systemen ab. In der Folge entsteht oft Frustration beim Mitarbeiter, der Know-how-Transfer ist in Frage gestellt, die gewünschte Effizienzsteigerung bleibt aus und die getätigten Investitionen in neue Software rechnen sich nicht. Vor diesem Hintergrund sind ganz neue Ansätze erforderlich, die den Anwendern das erforderliche Wissen im Idealfall genau dann vermitteln, wenn es gebraucht wird. Es gilt, die richtigen Rahmenbedingungen zu schaffen und die nötigen Massnahmen zu ergreifen, damit die Mitarbeiter mit einer positiven Einstellung und einer gewissen Neugierde an die erforderlichen Schulungsmassnahmen herangehen und deren Nutzen nachvollziehen können. Dessen ist sich auch das Schweizer Kantonsspital Bruderholz (KSB) bewusst. Es hat daher Massnahmen in die Wege geleitet, die Nutzung seiner Ressourcen-Planungs-Software mithilfe eines «Electronic Performance Support System» zu optimieren.

Matthias Langenbacher, Leiter Vertrieb Schweiz & Lichtenstein, IMC AG